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Johanniter Unfall Hilfe

BeitragVerfasst: Montag 7. Januar 2008, 21:31
von Notruf112-Admin
Geschichte der JUH

1952 Nach Vorgesprächen zwischen dem Johanniterorden und der britischen Rheinarmee beschließt der Orden am 14. Januar in Hannover die Gründung der Johanniter-Unfall-Hilfe, die am 7. April in Bad Pyrmont in das Vereinsregister eingetragen wird. Eine Spendensammlung bringt 8000 Mark. Das erste Büro des Vereins wird im August in Rolandseck bei Bonn in einem winzigen Holzhaus bezogen. Erste Ausbildungen in Erster Hilfe, erste Ausgabe der „Mitteilungen für die Johanniter-Unfall-Hilfe“.

1953 160 Erste-Hilfe-Kurse mit etwa 4000 Teilnehmern. Bundesregierung überweist eine nachträgliche Unterstützung für 1952 von 108 000 DM, vom Bundesinnenministerium gibt es einen Jahreszuschuss von 120 000 DM. Gründung des JUH-Landesverbandes Baden-Württemberg.

1954 Die Mitglieder der Johanniter-Unfall-Hilfe zahlen einen Jahresbeitrag von drei Mark, ein JUH-Abzeichen kostet 1,20 DM. Ausbilderlehrgänge im Studentenwohnheim Schloss Annaberg bei Bad Godesberg finden große Nachfrage.

1955 Einsätze beim Landestreffen der Oberschlesier und dem Bundestreffen der Landsmannschaft Warthe-Weichsel. In Bayern bestehen fünf Helfergruppen mit insgesamt 42 Helfern. Die Lufthansa lässt von der JUH-Hamburg sämtliche Stewardessen und Stewards in Erster Hilfe ausbilden. Für das bislang kostenlose Mitteilungsblatt wird eine Bezugsgebühr von zwei Mark für vier Nummern festgelegt.

1956 Beim Evangelischen Kirchentag in Frankfurt/Main erster überregionaler Großeinsatz der JUH. In der Folge des Ungarn-Aufstandes erster Auslandseinsatz im österreichischen Burgenland zur Betreuung der Flüchtlinge.

1957 JUH wirbt für ihre Kurse in Häuslicher Krankenpflege. JUH-Mitarbeiterinnen leisten ob des Mangels an medizinischem Pflegepersonal Krankenhaushilfsdienste.

1958 Mit dem Tod Oskar Prinz v. Preußens Ende Januar verliert der deutsche Johanniterorden seinen Herrenmeister, der den Orden seit 31 Jahren geführt hatte.

1959 Großeinsätze beim Evangelischen Kirchentag in München und bei der Veranstaltung „Brot für die Welt“ in Berlin.

1960 Die JUH hat in ihren acht Landesverbänden (Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Berlin, Niedersachsen, Hessen/ Rheinland-Pfalz/Saar, Baden Württemberg und Schleswig-Holstein) 1650 aktive Helfer und 18 hauptamtliche Mitarbeiter. Erste- Hilfe-Fibel erscheint. Bundes- und Landpfarrer werden berufen.

1961 Der 100 000. Bundesbürger wird in Erster Hilfe unterwiesen. Großeinsätze beim Evangelischen Kirchentag und nach dem Bau der Mauer in Berlin.

1962 Mitgliederzahl liegt bei 4000, 133 davon sind Ausbilder, JUH-Zentrale zieht in Verwaltungsgebäude des Ordens in Bonn um. Großeinsatz bei der Sturmflut in Hamburg. Ordenswerk zur Ausbildung von Schwesternhelferinnen ins Leben gerufen.

1963 JUH wird durch Bundesregierung als freiwillige Hilfsgesellschaft anerkannt. Vorstandsvorsitzender Rudolf Christoph Freiherr v. Gersdorff gibt nach elfjähriger Tätigkeit sein Amt an Smilo Freiherr v. Lüttwitz ab. JUH-Team gewinnt internationalen Erste-Hilfe-Wettkampf in London.

1964 Einweihung der ersten JUH-Autobahn-Rettungsstation in Mannheim-Seckenheim. JUH nimmt Einsätze imStraßenverkehr, bei der Weltmeisterschaft der Fallschirmspringer, dem Katholikenund dem Hessentag, beim Bahnhofsdienst und Reitturnieren wahr.

1965 Einsätze beim 12. Evangelischen Kirchentag in Köln, beim Schlesiertreffen in Hannover, beim Hessentag in Darmstadt und dem Bundessportfest des Jugenddorfwerkes Deutschland.

1966 In Schleswig-Holstein beginnen erstmals überhaupt Lehrgänge über „Sofortmaßnahmen am Unfallort“.

1967 Auch 15 Jahre nach der Gründung hat die JUH trotz komplexer werdender innerer Strukturen ihren Schwung behalten. Immer mehr Helferinnen und Helfer können für ein ehrenamtliches Engagement begeistert werden. Größere Einsätze bei der Sturmkatastrophe in Schleswig-Holstein und dem Kirchentag in Hannover.

1968 Einweihung der Rettungswache Lintorf an der besonders unfallträchtigen B 1. Peter Graf zu Bentheim-Tecklenburg-Rheda folgt Smilo Freiherr v. Lüttwitz als JUH-Präsident. Mit der Kopplung von Katastrophenschutz und Wehrpflicht entstehen neue Einheiten in den Hilfsorganisationen. Wer sich für zehn Jahre im Katastrophenschutz verpflichtet, kann sich vom Wehrdienst freistellen lassen.

1969 Einführung des internen Leistungsabzeichen in Gold, Silber und Bronze. Jetzt Gesetz: Jeder Führerscheinbewerber muss entweder einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen oder einen Kurs „Sofortmaßnahmen am Unfallort“.

1970 Erstmal in Singen bietet die JUH einen Behindertenfahrdienst an. Erste Versuche auch mit dem Schulsanitätsdienst. Auslandseinsätze in der Türkei, in Jordanien und in Pakistan. Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit.

1971 Der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften verleiht einen Albert-Schweitzer-Preis der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Stiftung zu Basel an die Johanniter-Unfall-Hilfe.

1972 Mit dem Einsatz von 47 Zivildienstleistenden setzt eine Entwicklung ein, die für die JUH große Bedeutung bekommen sollte. Viele Aufgaben der Zukunft können nur dank der wachsenden Zahl der Ersatzdienstleistenden bewältigt werden.

1973 Erweiterungsbau der Landesschule Nordrhein-Westfalen in Köln eingeweiht. In Mainz ein ehemaliges Kino zu einer JUH-Unterkunft ausgebaut, in Bielefeld findet die JUH Platz im Gemeindehaus einer Kirche. JUH-Helfer erstmals mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 4” im Einsatz.

1974 Im heute namibischen Windhoek Gründung einer JUH-Gruppe als Division der St. John Ambulance. In Wien entsteht die JUH-Österreich. Auslandeinsatz nach Dürrekatastrophe in Äthiopien.

1975 Großeinsatz der JUH bei der Waldbrandkatastrophe in Niedersachsen.

1976 Erster „Behinderten-Taxidienst“ nimmt in Köln Betrieb auf. Der bisherige Präsident der JUH, Peter Graf zu Bentheim- Tecklenburg-Rheda, wird durch Wolf v. Zawadsky abgelöst.

1977 JUH feiert in Bonn ihr 25-jähriges Bestehen. In Triest wird die JUH-Italien, die S.O.G.I.T gegründet. In Darmstadt bieten die Johanniter erstmals „Essen auf Rädern“ an.

1978 Mitteilungsblatt der JUH erscheint in neuer, moderner Gestaltung. Einweihung eines in Kooperation mit dem Diakonischen Werk erstellten Katastrophenschutzlagers in Köln-Deutz.

1979 Die JUH Allershausen richtet einen Unfallfolgedienst ein. Die JUH-Nürnberg nimmt einen Baby-Notarztwagen in Betrieb. Dem Gründungspräsidenten der JUH, Freiherr v. Gersdorff, wird das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

1980 „Christoph 4“ fliegt seinen 10 000. Einsatz. Neue Dienstbekleidung für die JUH-Mitarbeiter. Große bundesweite Informationskampagne über Bluthochdruck. Wolf v. Zawadsky scheidet als JUH-Präsident aus, Nachfolger wird Wilhelm Graf v. Schwerin v. Schwanenfeld.

1981 Die Johanniter produzieren ihre erste Benefiz-LP zugunsten der Erdbebenhilfe für Italien. Im nordrhein-westfälischen Velbert eröffnet mit dem „Johanniterheim“ das erste Altenheim der JUH mit Einzelappartements und Pflegebetten.

1982 Umfangreiche Hilfsgütertransporte nach Polen. Einsatz im bürgerkriegserschütterten Uganda muss abgebrochen werden, da die Sicherheitsrisiken für die Helferinnen und Helfer zu groß sind.

1983 Immer mehr Wehrpflichtige machen von ihrem Recht auf Wehrdienstverweigerung Gebrauch und ziehen der Ausbildung an der Waffe einen längeren Ersatzdienst in Bereichen vor, die dem Allgemeinwohl dienen. Auch bei der JUH steigt die Zahl der Zivildienstleistenden an. Beschluss, die Bundesschule Niederweisel für 1,6 Millionen DM auszubauen.

1984 Erste gemeinsame Pressekonferenz der vier großen Hilfsdienste Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und JUH. Einweihung der renovierten und erweiterten Bundesschule in Niederweisel. Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland eröffnet eigene Landesschule.

1985 Die JUH setzt in einem Versuchsprojekt ein Notarzt-Einsatz-Motorrad auf der A7 ein. Schwerpunkt in der Auslandsarbeit ist die Afrika-Hilfe für die vom Hunger bedrohten Menschen auf diesem Kontinent.

1986 In die Satzung der JUH wird aufgenommen, dass die gewählten Bundesund Landesjugendvertreter dem Präsidium bzw. den Landesleitungen angehören. Das erste Erste-Hilfe-Buch der JUH erscheint. Aufbau einer Sanitätsstation in Griechenland.

1987 Die JUH bietet nach einem vom Landesverband Bayern entwickelten Programm eine neue Ausbildung, „Erste Hilfe am Kind“, an. Hausnotrufdienst wird weiter ausgebaut. Die Zeitschrift „Johanniter-Report“ erhält mit „Die Johanniter“ einen neuen Namen und eine modernere Gestaltung.

1988 Im baden-württembergischen Wertheim wird eine JUH-Landesschule eingeweiht. Die Ausbildungsinitiative „Ich liebe das Leben“ wirbt für Kurse in Herz-Lungen- Wiederbelebung. Für die Benefiz-LP „Das gab’s nur einmal...“ gewinnt die JUH Eva Maria Bauer, Victoria Voncampe, Willy Millowitsch und Paul Kuhn. Die Kölner rufen gemeinsam mit anderen Hilfsdiensten einen Ambulanz-Flugdienst ins Leben.

1989 Das 500 000. Fördermitglied wird registriert. Der Fall der innerdeutschen Grenze hat einen Großeinsatz der JUH zur Folge. Sie wird in das Soforthilfeprogramm der Bundesregierung eingebunden und beliefert Krankenhäuser mit Pflegematerial. Das Engagement für Rumänien im Winter
1989/90 wird zum bislang größten Auslandseinsatz.

1990 Rasanter Aufbau der JUH in der DDR: 9. März in Wismar erster Kreisverband, am 1. Juli existieren sieben Kreisverbände, drei Monate später sind es bereits 22. Umfangreiche Hilfslieferungen gehen in die Sowjetunion, intensive Einsätze auch in den Staaten Mittelamerikas. Durch Satzungsänderung werden die Auslandsarbeit, die Sozialen Dienste sowie der Ambulanzflug- und Auslandsrückholdienst festgeschrieben. Die JUH ist Verband der freien Wohlfahrtspflege.

1991 Der wachsende Rechtsextremismus veranlasst den Präsidenten der JUH zu einem öffentlichen Aufruf gegen Fremdenfeindlichkeit. Engagement im Nahen Osten nach dem Golfkrieg. Hamburger JUH konzentriert sich auf die Unterstützung des Krankenhaus- und Sozialwesens im Baltikum. In einem Minsker Krankenhaus unterstütztdie JUH die Betreuung krebskranker Kinder

1992 Feier zum 40-jährigen Bestehen der JUH in Potsdam unter dem Motto „40 Jahre Helfen mit Herz.“ Die Mitarbeiterzeitung „Die Johanniter Aktiv“ erscheint von nun an mit sechs Ausgaben jährlich.

1993 Erlöse aus JUH-Leistungen überschreiten 300-Millionen-Mark-Grenze.Wachsende Komplexität wirtschaftlicher und verwaltungstechnischer Fragen führt zu Strukturveränderungen in der Verwaltungsspitze: Die Geschäftsführungsaufgaben gehen vom ehrenamtlich besetzten Präsidium auf einen dreiköpfigen, hauptamtlichen Bundesvorstand über. Den ersten Bundesvor- stand bilden Dr. Andreas v. Block-Schlesier, Tilo Erfurth und Dr. Horst Schöttler.

1994 In Lettland Gründung der JUHSchwesternstation „Sv. Jana Palidziba“. Außer den Kürzungen für die Zivildienstleistenden beschließt die Bundesregierung die Streichung der ABM-Stellen für die Sozialen Dienste. Die JUH muss in Zukunft mehr Beschäftigte hauptamtlich einstellen. Die Landesrettungsschule Brandenburg, 1992 unter Mitwirkung von ASB und JUH in Bad Saarow gegründet, hat sich zu einer gefragten Adresse für Aus- und Weiterbildung entwickelt.

1995 Mit dem Notfallsymposium „Rettungsdienste im internationalen Vergleich“, das die JUH in Hannover organisiert, wird über Leistungsangebote, Ausbildungsmuster und Finanzierungsmodelle vergleichbarer Hilfsdienste informiert. Das Engagement der JUH in der Stationären Altenpflege wird erheblich ausgeweitet.

1996 Mit dem „Weimarer Forum”,einer Gründung der JUH-Landesverbände Thüringen und Sachsen-Anhalt, entsteht eine Kommunikations- und Bildungsplattform für JUH-Mitglieder aus Pflege, Betreuung und Erziehung. In Finnland wird die „Johanniiat” gegründet, die sich als Schwesterorganisation vor allem in Erste-Hilfe- Ausbildungen und dem Sanitätsdienst engagieren will.

1997 Erster Auftritt der JUH im Internet. Mit dem „Johanniter-Forum” entsteht außerdem eine Möglichkeit, sich am Austausch über aktuelle Themen zu beteiligen. Zugleich richtet die JUH ein bundesweites Servicetelefon ein. Vereinbarung mit dem THW zur Zusammenarbeit bei internationalen Hilfsaktionen bringt mehr Planungssicherheit für Auslandseinsätze. Großeinsatz bei der Oderflut.

1998 Umzug der JUH-Bundesgeschäftsstelle von Bonn nach Berlin. In Swakopmund (Namibia) eröffnet die JUH die Erste-Hilfe-Station „Ruth von Knebel- Döberitz“. Großeinsatz beim ICE-Zugunglück am Rande des niedersächsischen Ortes Eschede.

1999 Johanniterorden feiert 900-jährigen Bestehen. Wilhelm-Karl Prinz v. Preußen, seit mehr als vierzig Jahren Herrenmeister des Ordens übergibt das Amt an seinen Sohn, Oskar Prinz v. Preußen.

2000 In Bethlehem werden mehrere Millionen Besucher erwartet.Die JUH unterstützt die Stadt bei der medizinischen Versorgung ihrer Gäste mit der Einrichtung eines Gesundheitszentrums und einer Erste- Hilfe-Station. Zum ersten Mal findet die traditionelle gemeinsame Johannisfeier von JUH und Malteser Hilfsdienst in Berlin statt.

2001 Das „Internationale Jahr der Freiwilligen??, von den Vereinten Nationen für 2001 ausgerufen, hat für die JUH besondere Bedeutung. Wilhelm Graf v. Schwerin tritt nach 21 Jahren ehrenamtlichen Engagements als JUH-Präsident zurück. Nachfolger wird Hans Peter von Kirchbach.

Quelle: Bundesgeschäftsstelle der Johanniter Unfall Hilfe

Verfasst: Montag 7. Januar 2008, 21:31
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